Situation der Pflegekräfte wird schwieriger

Redebedarf: Pflegedienstleiterin Martina Thalmann und Landtagsabgeordnete Anette Meyer zu Strohen im Gespräch mit Bewohner Alfons Koch.Foto: Thomas Osterfeld
ng Osnabrück. Die Weltbevölkerung wird immer älter. Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt führen dazu, dass der Anteil älterer Menschen wächst. Immer mehr professionelle Betreuung wird erforderlich, wodurch auch der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften und finanziellen Mitteln steigt.
Beim Besuch im Senioren- und Pflegeheim „Haus Schinkel“ hat sich die Landtagsabgeordnete Anette Meyer zu Strohen jetzt den Alltag in der Altenhilfeeinrichtung genauer angeschaut und anschließend zu einer Diskussion über die „Situation in der Pflege“ eingeladen.
Zurzeit gibt es in Deutschland 11 673 Altenpflegeheime. Der wachsende Bedarf an professioneller Betreuung stellt die Einrichtungen vor immer größere Herausforderungen, und aufgrund des demografischen Wandels wird das Thema Altenpflege künftig an Bedeutung gewinnen. Auch das Pflegepersonal wird sich wachsenden Anforderungen gegenübersehen. Ein zu knapper Personalschlüssel und umfangreichere Qualitätskontrollen durch diverse Aufsichtsbehörden erhöhen den Druck auf Mitarbeiter in der Pflege.
Anette Meyer zu Strohen besuchte jetzt das Senioren- und Pflegeheim „Haus Schinkel“ und begleitete für einen Nachmittag eine Pflege mitarbeiterin. „Ich wollte einen persönlichen Eindruck der Personalaufgaben gewinnen und die Einrichtung in der Praxis kennenlernen“, erläutert die CDU-Landtagsabgeordnete. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich die Menschen, die in diesem sehr schönen Haus leben, sehr wohl fühlen. Gleichwohl habe ich festgestellt, dass der Arbeitsablauf der Mitarbeiter zeitlich sehr genau geplant ist. Treten unvorgesehene Ereignisse oder Krankheitsfälle auf, stoßen sie deshalb schnell an die Grenzen der Belastbarkeit. Vor allem der bürokratische Aufwand durch die erforderlichen Leistungsnachweise erscheint mir sehr hoch, und die Qualitätskontrollen sollten auf ein gesundes Maß zurückgeführt werden, damit dem Pflegepersonal auch Zeit bleibt, sich um die Bewohner zu kümmern.“
Der Druck auf das Pflegepersonal durch die Qualitätskontrollen und die Finanzierung der Pflege waren die Hauptthemen der anschließenden Diskussionsrunde zur „Situation in der Pflege“. „Qualitätskontrollen sind wichtig, aber in einem angemessenen Rahmen“, sagt Eckhard Kallert, der betriebliche Geschäftsführer im Haus Schinkel. „Wenn die Zeit für die Zuwendung aufgrund der zu eng gesetzten Vorgaben fehlt, kann das nicht richtig sein. Man sollte lieber den Personalschlüssel erhöhen und die Kontrollkosten in Pflegemitarbeiter investieren.“
Die Pflege hat schon heute eine enorme Bedeutung in der Gesellschaft und Politik und wird künftig ein wichtiges Thema bleiben. Um die Situation zu verbessern, hat die Landesregierung bereits verschiedene Initiativen gestartet. Dazu gehört auch der Pflegepakt, der sich mit den Schwerpunkten Personalgewinnung, Finanzfragen und Bürokratie befassen und bis zum 7. November entwickelt sein soll.
Fazit der Diskussionsveranstaltung ist, dass die Situation in der Pflege in Deutschland zurzeit eigentlich gut ist, da dem Anspruch bedürftiger Menschen auf Pflege entsprochen werden kann. Es gibt allerdings noch viel zu optimieren, und der Bedarf durch den demografischen Wandel steigt.
Die Politik beschäftigt sich laut Anette Meyer zu Strohen jedoch mit dem Thema – auch wenn es noch ein langer Weg ist, bis alle Probleme im Bereich der Pflege gelöst sind